20 Jazz Etudes review (Schott Musikpedagogik)

20 Jazz Etudes review (Schott Musikpedagogik)

 

Amanti, Lucio Franco

20 Jazz Etudes

Schritte zur Improvisation für Violoncello

Verlag/Label: Schott, Mainz 2014
Rubrik: Noten
erschienen in: üben & musizieren 2/2015, Seite 55

Lucio Amanti hat die Jazz Etudes seinem 2013 verstorbenen Lehrer János Starker gewidmet, als Dank dafür, dass dieser ihm den Weg gewiesen hat, seine „eigene Stimme“ zu finden. Als klassisch ausgebildeter Musiker einen Zugang zur Improvisation und zum Jazz zu entwickeln, ist oft nicht leicht: Die Bindung an musikalische Konventionen und das Spiel nach Noten prägen enorm. Genau hier setzen Lucio Franco Amantis Stücke an: Der 1977 geborene italienische Komponist und Cellist ist bekannt dafür, Brücken zwischen den verschiedenen musikalischen Genres zu schlagen, indem er Pop- und Jazzelemente in klassische Musikformen integriert. Populärstes Beispiel hierfür ist seine Jazz Suite, die eine Solosuite im Stile von Bach mit Jazzelementen verbindet.
Gerade für SchülerInnen haben die gängigen Etüden beispielsweise von Popper, Duport, Dotzauer oder Franchromme oft einen negativen Beigeschmack. Erscheinen Celloetüden wie hier bei Lucio Amanti in einem neuen, poppigen und zeitgemäßen Gewand, so lassen sich ihre Attraktivität für den Instrumentalunterricht wie auch die Übemotivation steigern.
In zwanzig Etüden zur Improvisation beleuchtet Amanti die Möglichkeiten des Jazzcellos aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Der Komponist vermittelt dem Interpreten in den einzelnen Musikstücken wichtige Grundelemente wie beispielsweise verschiedene Spieltechniken und Rhythmen, etwa den Tango, Blues, Funk oder Latin. Der Zugang zur Improvisation wird also nicht theoretisch erläutert, sondern praktisch durch das Spiel auf dem Instrument erworben. Dabei merkt man den einzelnen Kompositionen Amantis sowohl seine klassische als auch jazzige cellistische Ausbildung an. Er weiß die Möglichkeiten des Cellos gekonnt einzusetzen und auf ihm andere Instrumente zu imitieren: So klingt das Cello mal wie ein Bass, dann wie eine Gitarre, ein Schlaginstrument oder ein Blasinstrument.
Die Kompositionen sind inspiriert von Soli, die Lucio Amanti über die Jahre geschrieben hat. Sie bieten ganz im Sinne der Improvisation Gelegenheit und Raum, Ideen des Interpreten einzubauen, und sollen zu eigenen, weiterführenden Improvisationen anregen.
Die Stücke sind von einem recht hohen Schwierigkeitsgrad und erfordern viel technisches Geschick, Rhythmusgefühl und Fingerfertigkeit beider Hände. So sind sie sicher nicht nur als Unterrichtsmaterial für fortgeschrittene SchülerInnen zu verstehen, sondern eignen sich ebenso dazu, das Repertoire ausgebildeter Musiker zu erweitern. Amantis Jazz Etudes machen Lust darauf, das „jazzige“ Cello zu entdecken!
Anna Catharina Nimczik

quelle http://www.schott-musikpaedagogik.de/de_DE/material/instrument/um/issues/showarticle,39289.html

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

back to top